Sie können's nicht lassen... (Spiegel-Veriss ROTS)

Discussion in 'German Speaking FanForce' started by MightyChewbacca, May 14, 2005.

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  1. MightyChewbacca Jedi Padawan

    Member Since:
    Apr 28, 2005
    Es war ja klar... ein neuer SW-Film kommt in die Kinos und der Spiegel (den ich ja eigentlich ganz gerne lese) muss wieder einen Veriss schreiben. Andere Publikationen der "gehobenen Presse" werden sich zweifellos anschlieÃ?en.

    Ich habe die Kritik bislang nicht ganz gelesen, alle Passagen, die Spoiler enthalten könnten, habe ich gro�zügig übersprungen, aber der Tenor ist klar.

    Das einzige Bild (eine Weltraumansicht von Coruscant) ist untertitelt mit "sith happens" - ach wie geistreich. Im Text hei�t es dann, wofür bzw. wogegen die Helden den eigentlich kämpften, bliebe wolkig, die Guten seien meist die Jedi-Ritter, die "übrigen sind die Bösen". Aha. Also ich kenne ja nicht den Inhalt von ROTS, aber aus den 5 Filmen, die ich bisher gesehen habe (mal ganz abgesehen von dem EU-Material, das ich mir zugeführt habe), habe ich das etwas komplexer in Erinnerung. Und wenn es mal "wolkig" war (eher in den Klonkriegen als in den Filmen), worum die Helden kämpften, dann war das volle Absicht und sollte zeigen, dass die Jedi-Ritter eben NICHT die perfekten Guten sind.

    Nicht fehlen darf natürlich das grob verallgemeinernde Vorurteil, den SW-Fans gehe es ja nur um die Spezialeffekte (diese Fans gibt es sicher, aber ich glaube nicht, dass ein paar reine Spezialeffekt-Filme ein Forum wie dieses über viele Jahre am Leben erhalten würden und die Leute dazu bringen würde, anhand der Filme über Philosophie, Politik, Krieg und Frieden zu diskutieren). Die gute Nachricht, so der Spiegel, sei die folgende: Wer das aufwändigste Videospiel aller Zeiten sehen wolle, ohne selbst einen Finger am Joystick krümmen zu müssen, dürfte sich gut unterhalten fühlen. Will ich eigentlich nicht, aber ich denke, ich werde mich trotzdem gut unterhalten fühlen, danke.

    Schlie�lich wird dann noch das bekannte Zitat von Harrison Ford ("dem" Helden der ersten Star-Wars-Epen) "You can write that ****, George, but you can't say it", das sich auf Georges Dialoge bezog, angeführt, um zu bekräftigen, dass Lucas generell keine guten Drehbücher schreiben könne.

    Mein Fazit: Billiger Boulevard-Journalismus, der sich krampfhaft an ein bestimmtes pseudo-intellektuelles Zielpublikum anbiedert. Ja, auch sowas gibt's im Spiegel.

    Wie dem auch sei, ich fänd's interessant, was ihr so dazu meint. Interessiert euch überhaupt, was irgendwelche Kritiker schreiben oder teilt ihr vielleicht einige der Auffassungen?
  2. Oissan Force Ghost

    Member Since:
    Mar 9, 2001
    star 6
    Kritiker gehen mir normalerweise sonstwo vorbei...

    Wirklich schlecht bewertet wird Episode II bislang eigentlich nur von denen, die von vornherein negativ eingestellt waren. Wenn man sich diese "Kritiken" dann mal durchließt, merkt man, dass inhaltlich eigentlich rein gar nichts vorhanden ist, sie nur beleidigen können und die Story wohl zu hoch für den Kritiker war, aber das ist ja nichts neues...

    Kritiker versuchen ja merkwürdigerweise immer irgendwelche Schwächen zu finden, um doch zu zeigen wie toll sie doch sind. Besonders schlimm sind die, die mit solchen Filmen ein Schweinegeld machen und dann den Film völlig verreissen, Entertainment Weekly bei AOTC zum Beispiel.

    Die richtigen deutschsprachigen Kritiker, also die, die sich tatsächlich mit Filmen beschäftigen, haben ROTS bislang durchgängig positiv bewertet. Und dabei haben sie nichtmal Leute die anderer Meinung sind beleidigt, das will heutzutage schon was heißen, schließlich waren die "negativen" Kritiker nicht dazu in der Lage. ;)
  3. Rogan_Agar Jedi Master

    Member Since:
    Dec 1, 2004
    star 4
    Die Kritiken kann man sowieso alle Knicken.

    Kann sich noch einer daran erinnern wie HERR DER RINGE in den Himmel hinaus gelobt wurde?
    Nun, ich ging ganz unvoreingenommen rein (ich habe Tolkiens Bücher nie gelesen, einmal habe ich es versucht, musste aber gelangweilt abbrechen) und wurde masslos enttäuscht.

    STAR WARS wurde im Vorfeld immer von den Kritikern niedergemacht, und jeder einzelne Teil hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen.
  4. morrison85 Force Ghost

    Member Since:
    May 13, 2005
    star 5
    sieht o aus
    ...
    ich kenne das beim spiegel von vielen "spezial themen.. " sie informieren sich nur halb und weil sie es sowieso grottich finden meinen sie das auch kund tun zu müssen...
  5. TheEmperorsProtege Jedi Grand Master

    Member Since:
    May 22, 2004
    star 5
    Mein Fazit: Billiger Boulevard-Journalismus, der sich krampfhaft an ein bestimmtes pseudo-intellektuelles Zielpublikum anbiedert. Ja, auch sowas gibt's im Spiegel.

    interessant. wundert euch dieses review wenn man es überhaupt so nennen will wirklich?

    okay ich bin ja noch net lange film freak (erst seit '99) und star wars fan auch erst seit episode 1 (nicht schlagen! ;) ) aber was mir schon immer aufgefalen ist am dt. film und den dt filmkritikern - es muss geistreich und anspruchsvoll sein. wenn der film nicht von vorne bis hinten intelektuell ist und regelrecht davon trieft ist er es einfach nicht wert angeschaut zu werden. "wasted celluloid" scheinen die meistens zu meinen.

    denkt doch nur mal dran was für filme in deutschland produziert wurden....intelektuelle filme die so verschachtelt sind und sich mit philosophischen themen beschäftigen, dabei mit den unmöglichsten fachbegriffen um sich schmeissen um noch intelektueller und anspruchsvoller rüberzukommen so das kein normaler mensch mehr den film versteht und auch keinen bock hat ihn verstehen zu wollen. ich vergleiche das dt kino immer wieder gerne mit david lynch filmen, besonders mulholland drive. keiner peilt so wirklich um was es geht. und wenn der film aus ist hat man noch mehr fragen als während dem film. ABER der grosse unterschied zw dem dt film und einem lynch film ist ein sehr grosser, eigentlich DER unterschied weswegen amerikanische filme für mich um einiges wertvoller sind als die dt. (es gibt immer ausnahmen) weil die amis nicht vergessen haben wofür filme eigentlich geschaffen wurden - zur UNTERHALTUNG DES PUBLIKUMS! ganzegal auf welchem level. es können anspruchsvolle filme sein oder absoluter quatsch. solane sie nur unterhalten. und in deutschland scheint das erst so langsam wirklich einzusickern. und die alten säcke die sich in dtland filmkritiker schimpfen und filme wie star wars oder charlies angels usw mies machen haben glaub ich vergessen das filme in erster linie unterhalten sollen!

    filme sind auch kunst, aber wenn keiner sich die kunst ansieht kann sich der künstler auch nicht mehr leisten seine kunst zu kreieren. und erstaunlicherweise sind die meisten künstler doch sehr arm gestorben ;)

    sorry for ranting... :D

    -Mel

    PS ich hab gewisse kritiker deren reviews ich lese weil die meistens den gleichen geschmack haben. aber wirklich leiten lasse ich mich nur von den trailern und was ich über den film weis. reviews halten mich net ab in einen film zu gehen, sie verleiten mich aber des öfteren mir einen anzusehen, den ich mir sonst nicht angesehen hätte.
    wie bei allem (büchern, filmen usw.) muss man es selbst gesehen haben um zu urteilen.

    PPS interesant. ich glaub du bist der erste von dem ich höre der FotR enttäuschend fand
  6. Skiara ~• Manager WNU •~ ~• RSA FFC •~

    Manager
    Member Since:
    Nov 5, 2002
    star 10
    Eigentlich interessieren mich Kritiken schon, denn sie geben mir meistens doch eine Richtung, ob der Film gut oder schlecht ist. Wobei ich aber auch meine bevorzugten Zeitschriften habe. ;)
    Allerdings kaufe/bekomme ich mittlerweile selten solche Zeitschriften und daher lese ich selten Kritiken, wenn ich ins Kino gehe. Und wenn ich Kritiken im Nachhinein lese, dann sehe ich es wie bei Horoskopen "Welcher Part stimmt denn nun?". ;)

    Was ich aber auch interessant finde ist, dass mir selber bisher noch keine schlechte SW Kritik untergekommen ist. Vielleicht hatte ich immer Glück oder ich lese genau das, was ich lesen möchte. ;) :D
  7. MightyChewbacca Jedi Padawan

    Member Since:
    Apr 28, 2005
    Normalerweise lese ich keine Kritiken - egal zu was. Wenn mir aber dann eine in die Hände gelangt, kann sie als Lektüre ganz unterhaltsam sein.

    Versteht mich nicht falsch, ich finde, ein Kritiker hat durchaus das Recht, einen Star-Wars-Film schlecht zu finden und das auch zu schreiben. Eine Kritik ist eine Meinung, nichts anderes. Das kann eine Mehrheitsmeinung sein oder eine Minderheitsmeinung, aber objektiv kann eine Kritik niemals sein, sonst ist es eine Beschreibung und keine Kritik. Aber eine Kritik sollte dann eigentlich so aussehen, dass der Kritiker die objektiven Fakten nennt und sich dann aus seiner subjektiven Sicht damit auseinandersetzt, was ihm daran gefällt oder eben nicht. Klar muss das nicht in getrennten Sätzen oder Abschnitten erfolgen, durchaus kann man auch mal ein wertendes Adjektiv auf ein beschreibendes Subjektiv verwenden oder dergleichen. Aber eines darf ein Kritiker niemals tun: Die Fakten zurecht biegen, um sie in seine vorgefertigte Meinung einzupassen.

    Mir persönlich kommt es am meisten auf die Charaktere und die Geschichte an, und die finde ich bei Star Wars verdammt fesselnd.

    Ich finde irgendwie schon, dass der amerikanische Mainstream-Film ein wachsendes Problem hat seit Mitte der 80er Jahre. Zuerst kam das Action-Kino à la Schwarzenegger/Stallone, Mitte der 90er dann die Teenie-Filme und zuletzt der Neue Monumentalfilm. Das alles hat sich ein bisschen gegenseitig beeinflusst und führte zu unzähligen Filmen voller übler Klischees, die nach bestimmten Rezepten gemacht wurden. Generell werden dabei eben die Sachen aus den Augen gelassen, die mir wichtig sind: Charaktere und die Geschichte. Da nützt mir dann auch keine Action, wenn ich die Charaktere so langweilig und flach finde, dass es mir egal ist, wenn sie bei der Action draufgehen. Immer mal wieder gab es einen Film der genannten Genres, den ich richtig gut fand, aber vor allem blieben mir unzählige unsägliche Abklatsche im Gedächtnis. Von daher muss ich sagen, dass es für mich schon ein positiver Punkt ist, wenn ich im Vorfeld höre, dass ein Film "etwas anders" ist. Und mit "etwas anders" meine ich nicht pseudo-intellektuell, sondern z.B. in irgendeiner Hinsicht wirklich mutig und neuartig oder ganz einfach "altmodisch" charakterorientiert.

    Du hast David Lynch genannt, Mel, einen Regisseur, den ich sehr schätze, der gehört für mich eher in die erste Kategorie. George Lucas hatte auch mal eine ähnliche (weniger extreme, zugegeben) experimentelle Phase zu Zeiten von THX1138 und American Graffiti (ebenfalls sehr schöne Filme auf ihre Weise). Mit Star Wars hat er sich dann eher jenem altmodischen Kino verschrieben, von dem ich spreche. Und im Großen und Ganzen hat er sich dabei großartig gemacht. Viele Kritiker haben ihm diesen Wandel bis heute nie verziehen, von denen wird George Lucas als "Verräter an seine einstigen Idealen" dargestellt, der nur noch Spielzeug-Figuren verkaufen will. Dabei ist Star Wars nur sehr begrenzt mit anderem heutigen amerikanischen Kino vergleichbar. Sicher haben Filme wie "Das 5. Element" (das seinerseits ein aus der Reihe fallender Film ist) und "Gladiator" die PT und "Die verborgene Festung" die OT beeinflusst, aber im Wesentlichen ist George mit den Filmen seinen eigenen Weg gegangen, das macht sie auch so einzigartig.

    "So this is how liberty dies?to thunderous applause." - Senator Padme

    Na das ist doch mal eine geniale Zeile. Ist das ROTS?
  8. Rogan_Agar Jedi Master

    Member Since:
    Dec 1, 2004
    star 4
    Ist schon komisch, dass die deutsche Presse TOP Filme so zerreisst, aber wirklich nichts zu dem Schund sagt, der im Fehrsehn läuft und von den Sendern selber produziert wird...

    Ich denke so an einige Teen Streifen, deren Namen man sich wirklich nicht einprägen muss, die aber so ziemlich alle auf ein und den selben Mist hinauslaufen: Party und Sex.

    -

    Ich fand die ganze HdR Reihe nicht so toll, aber ich bin nicht so der Fantasy Freak. Waren mir alle zu lang und IMO ohne wirkliche Spannung. :)
  9. Oissan Force Ghost

    Member Since:
    Mar 9, 2001
    star 6
    Deutsche Presse teilweise, Deutsche Fachpresse überhaupt nicht. Ich habe bislang erst eine nicht überschwengliche Kritik aus diesem Bereich gelesen, der Rest ist durchweg positiv, ganz egal ob Cinema oder Film-Seiten im Internet.
  10. gaiatha Jedi Grand Master

    Member Since:
    May 25, 2002
    star 5
    RotS ist heute auf der ersten Seite des Kulturteils der Süddeutschen Zeitung.
    Die Kritik ist durchweg positiv. Es werden sogar parallelen zum aktuellen politischen Geschehen gezogen.

    Und ich würde die Süddeutsche absolut als eine der anspruchsvolleren Tageszeitungen bezeichnen.
  11. jedi_driver Jedi Knight

    Member Since:
    May 16, 2005
    Es ist ja eigentlich bekannt, daß Blockbuster in den meisten Fällen von der sogenannten seriösen Presse verrissen werden. Die Kinoeinnahmen strafen sie dann wieder Lügen <vbg>.

    Ich denke nicht, daß jemand in RotS geht, weil die Kritik gut oder schlecht war, sondern einfach, weil man Star Wars mag. Ob da Spiegel, Bild, Focus, FAZ oder die Dorfpost ihren Senf hinzufügen ist ziemlich egal. Jedem das Seine. Einige mögen Harry Potter, andere stehen auf Herr der Ringe (der mich beispielsweise kein bißchen interessierte).

    Ich wurde gestern noch auf der Arbeit ziemlich komisch angeguckt, weil "in sowas" (RotS) gehe. Als Frau und so. Lustig, gelle?

    Sicherlich ist keiner der Star Wars-Filme tiefsinning und "besonders wertvoll", aber jeder für sich ist ein aufregendenes, geniales Stück Unterhaltung.
  12. Skiara ~• Manager WNU •~ ~• RSA FFC •~

    Manager
    Member Since:
    Nov 5, 2002
    star 10
    *g* Ich habe schon beides erlebt. Manche kucken etwas komisch, aber mehr weil sie mit SW nichts anfangen können, nicht weil ich eine Frau bin. ;)
    Und andere kommen an und freuen sich, endlich mal ein anderes Thema als Mathe (Nachhilfe) zu haben. ;) :p
  13. MacCaffrey VIP

    Member Since:
    Oct 25, 2000
    star 9
    Ich habe gestern eine gute Kritik im Kölner Stadtanzeiger gelesen. Meiner Meinung war sie zutreffend. Hat die positiven Seiten herausgestellt und dem gegenüber ein paar negative Seiten aufgezählt. Das aber nicht fanatisch oder zerreißend, sonder zu Abwechslung neutral. Sehr erfrischend.

    Und nett war heute morgen eine Unterhaltung mit einem Stationsarzt über den Film. Der war ein wenig entäuscht über TPM und AotC und deswegen skeptisch, es scheint, dass ich Ihn ein wenig zum Nachdenken gebracht habe... ;)
  14. Skiara ~• Manager WNU •~ ~• RSA FFC •~

    Manager
    Member Since:
    Nov 5, 2002
    star 10
    Ich habe mich auch schon mit zweien unterhalten, wovon der eine eigentlich gar nicht rein gehen mochte, weil er mit SW nichts anfangen kann, und der andere, wollte den sehen, aber nicht so dringend. Irgendwann halt.

    Der eine überlegt es sich jetzt, ihn sich doch vielleicht anzuschauen. Und dem anderen ist laut eigener Aussage, der Mund wässrig geworden. *g*
  15. MightyChewbacca Jedi Padawan

    Member Since:
    Apr 28, 2005
    Naja, ich kann in vielen Sachen in SW schon 'nen tieferen Sinn sehen. Aber zugegeben, ich hab auch mehr Zeit damit verbracht, einen zu suchen als vermutlich gesund ist...

    Morgen geh ich nochmal rein mit zwei Leuten, die ihn noch nicht gesehen haben, sind keine Fans, aber doch neugierig auf den Film und mochten auch die letzten beiden. Mal gespannt, was die meinen.

    Habt ihr im privaten Umfeld schon jemanden erlebt, der ihn gesehen hat und richtig enttäuscht war?
  16. Skiara ~• Manager WNU •~ ~• RSA FFC •~

    Manager
    Member Since:
    Nov 5, 2002
    star 10
    Noch nicht, aber ich muss auch sagen, dass mir auch momentan keiner einfällt, der ihn schon gesehen hat. Außer natürlich uns FFern. ;)
  17. Rogan_Agar Jedi Master

    Member Since:
    Dec 1, 2004
    star 4
    Hey "jedi_driver"

    Mir geht es genauso, HdR ließ mich vollkommen kalt. Bist nicht alleine! ;)
  18. TwiLekJedi Pretty Ex-Mod

    Member Since:
    Jun 14, 2001
    star 10
    N Arbeitskollege, der n bisschen Fan is, fand ihn nicht wirklich toll.
  19. MightyChewbacca Jedi Padawan

    Member Since:
    Apr 28, 2005
    Was hat ihm nicht gefallen?

    Ich fand LotR gut inszeniert und gespielt und ich mochte die Musik. Aber die Story ist halt wirklich sehr schlicht. Außerdem mag ich einfach das Weltraum- und Hightech-Ambiente von SW wesentlich mehr.
  20. jedi_driver Jedi Knight

    Member Since:
    May 16, 2005
    Unter "filmspiegel.de" findet man folgende Kritik von einem sehr ironisch klingenden Schreiberling:

    ----

    ?Revenge of the Sith? macht nun alles besser, nichts perfekt, aber doch eben das meiste richtig. Er ist atmosphärisch, spannend, emotional und erzählt eine gute Geschichte ? trotzdem deren Eckpunkte ja bereits seit zwanzig Jahren bekannt sind. Nach einer ganzen Dekade Experimentier- und Pionierarbeit mit digitaler Photographie und einer vollständig digitalen Arbeitskette wird Lucas endlich Herr seiner Werkzeuge und lässt sie nicht mehr ganz so drastisch den Inhalt dominieren. Kein Pod-Rennen, das zentralen Raum der Geschichte einnimmt wie noch im ersten Teil, keine Videospielsequenz wie das Gehüpfe auf dem Fertigungsband aus Episode II. Ist die erste halbe Stunde, die nochmal all das zusammenfasst, was man an den Vorgängerteilen unerträglich finden konnte (dämliche Roboter, kindischer Humor, Action um der Action willen), erst einmal überwunden, findet ?Revenge of the Sith? zu einer erzählerischen und motivischen Dichte, wie man sie Lucas kaum noch zugetraut hat.

    Besonders bemerkenswert und maßgeblich für das Gelingen des Films verantwortlich ist die Konsequenz, mit der Lucas den Niedergang seiner Hauptfigur verfolgt, ohne in Momente des Comic-Relief oder Zugeständnisse an ein ganz junges Publikum zu verfallen. Mit erstaunlicher Ernsthaftigkeit seziert er Anakins Verfall zur dunklen Seite und schmückt sie komplexer aus als erwartet: es sind weniger per-se negative Eigenschaften wie Machtgelüste, Hass und Übermut, die Skywalkers Wandlung zu Darth Vader begründen, es sind vor allem auch Naivität, die Verzweiflung angesichts des drohenden Schicksals seiner Frau und die daraus entwachsene Intrige, die Anakin letztlich die Rückkehr zum Guten verwehren; grundmenschliche Züge und Schwächen, wenn man so will. Man spürt den Zwiespalt Anakins zwischen Pflichterfüllung und Verlangen, zwischen Macht und Ohnmacht, zwischen Gutes-tun-wollen und Der-Verführung-erliegen. Zum ersten Mal ist ein Teil der Prequel-Trilogie auch mehr als bloßes Bebildern behaupteter Tatsachen: man spürt das Innenleben einer Person.

    Die erzählerischen Kniffe, die Lucas verwendet, um diesen zentralen Aspekt des Films glaubwürdig zu gestalten, mögen dabei auf schamloses Plündern gängiger mythologischer und biblischer Motive zurückzuführen sein, aber zum einen waren diese Stoffe schon immer Nährboden seines Universums, zum anderen kann man nicht behaupten, dass Lucas sie nicht geschickt kombiniert: wirkte etwa die unbefleckte Empfängnis, die ?The Phantom Menace? für Anakin Skywalker proklamierte, noch wie hoffnungsloses Kitschtheater (ein Umstand, der allerdings weniger der Idee, sondern viel mehr Lucas? unbeholfener Inszenierung geschuldet ist), bekommt sie in einer der besten Szene von ?Revenge of the Sith? eine leicht subversive Note: während einer ätherischen Opernszene berichtet Palpatine Skywalker von der Fähigkeiten hochausgebildeter Sith-Lords, die Lebenden vor dem Tode zu bewahren, indem die in ihnen vorhandenen Midichlorianer kontrolliert werden.

    Lucas deutet hier an, lässt aber offen, ob der Imperator für die Geburt Skywalkers (mit)verantwortlich ist, verweist aber zumindest überdeutlich auf die christliche Judas-Problematik: Anakin wird damit geködert, den Tod Padmes verhindern zu können, der ? wie sich am Ende herausstellen wird ? quasi freiwillig erfolgen wird. Die Geburt des eigentlichen Auserwählten Luke und die Erfüllung der Prophezeiung (?to bring balance to the force?) geschehen also nur, weil Anakin dem Bösen verfällt und seine Traumvisionen entgegen seiner ursprünglichen Absicht Realität wird? Keine Erlösung ohne Verrat? Und wie gut kommt der Jedi-Rat weg, wenn er zur Erfüllung der Prophezeiung samt seiner ?Bürokratie? und seinem ?Dogmatismus? ausgelöscht wird?

    Lucas bemüht sich in der Tat, seinem Stoff (wie etwa auch den darin enthaltenen, politischen Implikationen: Sturz einer Demokratie, Übernahme durch eine Diktatur) Substanz abzugewinnen, aber sein wahrer Erfolg dürfte es sein, diese Elemente homogen und eben nicht a
  21. Rogan_Agar Jedi Master

    Member Since:
    Dec 1, 2004
    star 4
    IMO war LotR zwar gut insziniert, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er vollkommen emotionslos ankam. Keine Tiefe der Charaktere, keine Wendepunkte, keine Tragödien.

    Ich will nicht einen SW vs HdR threat hierdraus machen, aber wenn man sich SW in richtiger Reihenfolge ansieht, und das ohne Vorkenntnisse (was beneide ich zukünftige Generationen), so erlebt man wie die meisten liebgewonnenen Helden in EPISODE III entweder sterben, sich auf die dunkle Seite stellen, oder versagen.
    Am Ende stirbt sogar die Hauptperson der Saga, und die beiden wichtigsten Personen (Yoda und Obi-Wan) sind ebenfalls tot.

    Was haben wir in HdR? Im ersten Teil stirbt ein ohnehin gieriger Gefährte und der Rest lebt fröhlich weiter... Epik? Drama? Größe? Fehlanzeige.

    HdR zeigt das Böse als das Böse, das Gute ist das Gute. In Star Wars ist das Böse Ansichtssache. Nun Palpatine weniger, aber Count Dooku und Anakin sind eigentlich gute Menschen, die jedoch Macken haben. Das Böse ist nicht einfach das Böse, es entspringt dem Guten, und es kann wieder Gut werden. Episch, dramatisch, tragisch.

    IMo ist SW soooooooooooo unendlich viel besser als HdR.
    Okay Jackson seis teilweise verziehen, die Bücher sind nunmal Asbach uralt, aber er hat sie ohnehin schon modifiziert.
    Wäre schön wenn er einigen Hauptpersonen Charaktertiefe mit einem Opfer, oder einem Wendepunkt gegeben hätte... Daneben...
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